Eine MMA Karriere in Deutschland Kann man mit MMA (Mixed Martial Arts) in Deutschland Karriere machen und seinen Lebensunterhalt verdienen?

Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss. Nicolai Salchow, aus dem ONE MAN ARMY MMA Pro Team.

Hi Nick! Du kennst die Szene in Deutschland. Wie ist Deine Einschätzung dazu?

Hi! Es ist möglich, aber sehr schwer. Es muss schon auf internationaler Ebene sein. Wir haben ja ein paar Jungs, die es geschafft haben, Karriere zu machen. Da wären zum Beispiel Nick Hein, Peter Sobotta, Stefan Pütz und noch ein paar Andere...

Wie lange betreibst Du schon Kampfsport und wie bist Du zum MMA gekommen?

Ich habe mit 12 Jahren mit dem Ringen angefangen und leider erst mit 18 Jahren mit dem Thaiboxen. Bis 2004 – da hatte ich meinen ersten MMA Kampf. Da ich Ringen und Thaiboxen parallel betrieben habe, wollte ich beide Kampfsportarten kombinieren und bin so zum MMA gekommen. Leider habe ich mir in der Zeit beide Schultern ausgekugelt und musste eine längere Pause einlegen. Durch einen Freund bin ich anschließend zum Luta Livre gekommen.

Wann stand für Dich der Entschluss fest, Dein Hobby, nämlich MMA, zum Beruf zu machen?

Eigentlich wollte ich nur zwei Kämpfe machen – just for fun. Ich wollte mir selber beweisen, dass die Ärzte Unrecht hatten. Dann wollte ich mehr und habe mich entschlossen alles auf eine Karte zu setzten.

Was hat sich seitdem für Dich verändert – beruflich und privat?

Leider und zum Glück sehr viel. Es ist ein einsamer Weg den man geht. Ich habe durch diesen Lifestyle den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren. Gleichzeitig habe ich aber auch sehr viel gesehen, neue Länder bereist und habe auf der ganzen Welt Freunde gefunden. Dennoch lebt man von der Hand in den Mund. Man wird zum Überlebenskünstler.

Wie siehst Du als Profi-Kämpfer die MMA Szene in Deutschland?

Ganz ehrlich... es ist ein Witz. Es liegt nicht an den Veranstaltern oder Kämpfern, sondern an den Möglichkeiten. So lange der Sport MMA in Deutschland nicht anerkannt wird, lohnt es sich nicht. Die Jungs trainieren sich den Arsch ab, für weniger als den aktuellen Mindestlohn. Wenn Du Zeitungen austrägst, verdienst Du mehr.

Eine Frage, die sich natürlich viele Fans und Amateure stellen, was verdient ein MMA Kämpfer? Wir wollen nun keine Zahl hören, lediglich, ob es für den Lebensunterhalt reicht.

Nein, nicht in Deutschland. Geht lieber einem vernünftigen Job nach, wenn es um das Geld geht. Hört auf Eure Eltern!

Die Spitze der Karriereleiter im MMA ist zur Zeit die UFC. Wie stehen die Chancen für einen Deutschen Kämpfer in die UFC zu kommen?

Also die Möglichkeit besteht. Wir haben ja eine Hand voll Jungs, die es in die UFC geschafft haben.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich bin gerade in den Staaten unterwegs und probiere mein Glück hier. Will nicht ins Detail gehen. Wenn es funktioniert, werdet ihr es schon mitbekommen. ;)

Wir bedanken uns für das Interview! Die letzten Worte gehören Dir. 

An der Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich unterstützen und mir geholfen haben dahin zu kommen, wo ich jetzt bin: Meine Ex-Frau, Julia. Dann ganz wichtig, Michi und Eva. Ein besonderer Dank geht auch an Ivan Dijakovic, Gilbert Yvel Olavo Abreu, Boyd Clark und nicht zu vergessen, Jack Maksimovic, der mir in der schwierigsten Zeit zur Seite stand. Das gesamte Team ufd und phuket top team & die Jungs vom Chimp Gym, sowie natürlich meinem Sponsor ONE MAN ARMY.

Und ja: Train Hard fight easy!